Erntedankmesse 2026
Am Sonntag, den 27. September feierte die Klausheider Kompanie gemeinsam mit zahlreichen Gläubigen eine feierliche Erntedankmesse, die ganz im Zeichen der Wertschätzung für die Natur und der Gemeinschaft stand. Die Messe, die unter dem Leitgedanken „Das Wunder der Schöpfung: Staunen vor dem Konsum“ stand, zog besonders viele Schützen des gesamten Bataillons an und sorgte für ein gut besetztes Gotteshaus.
Ein besonderer Blickfang des Tages war der prachtvolle Erntealtar. Mit viel Liebe zum Detail, handwerklichem Geschick und einer reichen Auswahl an Gaben der Natur wurde dieser von Lothar Auster, Angelika Auster, Petra Bonke, Petra Kückmann und Gabi Relard gestaltet. Der Altar bildete den perfekten optischen Rahmen für das zentrale Thema der Messe: das Innehalten und Staunen über die Gaben der Erde, bevor der alltägliche Konsum in den Vordergrund rückt.










Die Vorbereitung des gesamten Gottesdienstes lag in den Händen der Klausheider Schützenkompanie, die für einen reibungslosen und feierlichen Ablauf sorgte. Geleitet wurde die heilige Messe von Vikar Friedrich Regener, der in seiner Predigt den Leitgedanken aufgriff und die Anwesenden dazu einlud, die Schöpfung wieder bewusster wahrzunehmen und Dankbarkeit in den Mittelpunkt des Handelns zu stellen.
Im Anschluss an den Gottesdienst ergriff Kompaniechef Roland Müller das Wort. Er sprach allen Beteiligten – insbesondere den Gestaltern des Altars, Vikar Regener sowie den Organisatoren – seinen herzlichen Dank für die würdige Gestaltung der Messe aus. Zum Abschluss lud er alle Schützen zu einem geselligen Umtrunk in die Kulturscheune am Schloss ein, wo der Festtag in gemütlicher Atmosphäre und bei guten Gesprächen ausklang.









Leitgedanke:
Das Wunder der Schöpfung: Staunen vor dem Konsum
Liebe Gemeinde, wir feiern heute unsere traditionelle Erntedankmesse.
Vor dem Altar sehen wir die Früchte der Erde: Brot, Gemüse und Obst. Sie erinnern uns daran, wovon wir leben. In einer Welt, die uns ständig sagt, wir bräuchten immer mehr, setzt diese Erntedankmesse ein Zeichen.
Erntedank lädt uns ein: Staunen vor dem Konsum.
Wir wollen heute den Blick weiten, für die Geschenke der Schöpfung, die man für kein Geld der Welt kaufen kann.
Wahre Erfüllung liegt im Wahrnehmen, nicht im Besitzen.
Unsere moderne Welt funktioniert im Takt des ständigen Habenwollens. Wir jagen Trends hinterher, füllen unsere Räume mit Dingen und verwechseln Kaufrausch allzu oft mit Lebensglück. Doch die tiefste Zufriedenheit ist nicht käuflich – sie ist ein Geschenk des Augenblicks. Wer innehält und dass Wunder der Schöpfung bewusst betrachtet, wechselt die Perspektive. Das filigrane Muster eines Blattes, das rhythmische Rauschen des Meeres oder das warme Licht eines Sonnenuntergangs kosten nichts, aber sie bereichern uns unendlich. Staunen bedeutet, die Welt wieder mit den Augen eines Kindes zu sehen, die Schöpfung als Meisterwerk zu begreifen und zu erkennen: Wir haben bereits alles, was wir für tiefes Glück brauchen.
Ein winziges Samenkorn trägt den Bauplan für einen ganzen Baum in sich. Das Wachstum entzieht sich letztlich der menschlichen Machbarkeit.
Wir säen, wir gießen, wir düngen. Doch das eigentliche Aufgehen, das Wachsen und das Reifen können wir nicht produzieren. Es bleibt ein Geschenk. Schöpfung ist kein einmaliges Event der Vergangenheit, sondern ein fortlaufendes Wunder, das sich jeden Sommer und Herbst neu vor unseren Augen entfaltet.
Die Erde ist kein unerschöpfliches Lagerhaus, sondern ein lebendiger Organismus, der Pflege braucht.
Fruchtbarkeit ist an Bedingungen geknüpft – gesunde Böden, sauberes Wasser, stabiles Klima. Dankbarkeit impliziert hier den Schutz dieser Ressourcen.
„Die Erde schenkt uns ihre Fruchtbarkeit im Überfluss. Doch dieser Überfluss ist verletzlich. Wenn wir die Böden auslaugen und die Natur nur als Ressource sehen, gefährden wir das Fundament des Lebens. Erntedank erinnert uns daran, dass wir von der Fruchtbarkeit der Erde leben – nicht gegen sie.“
Gottes Auftrag an den Menschen ist nicht die Ausbeutung, sondern die gerechte Verteilung.
Die Erde produziert genug Nahrung für alle. Hunger und Mangel sind keine Probleme der göttlichen Schöpfung, sondern der menschlichen Logistik und manchmal auch Gier.
„Gott hat uns nicht zu Eigentümern der Welt gemacht, sondern zu ihren Verwaltern. Ein guter Verwalter sorgt dafür, dass im Hause alle satt werden. Wenn die Gaben der Erde ungleich verteilt sind – wo die einen im Überfluss leben und die anderen hungern –, verfehlen wir unseren Auftrag. Gerechtigkeit und Teilen sind keine optionalen Wohltaten, sondern der Kern des Erntedankfestes.“
Was ist der Unterschied zwischen Konsum und Staunen? Der Konsum will besitzen. Er greift zu, kauft, verbraucht und sucht sofort das Nächste. Er macht unser Leben voll mit Dingen, aber oft leer im Herzen. Das Staunen dagegen hält inne. Es öffnet die Hände und empfängt. Wer staunt, sieht in der Ernte nicht nur Nahrung, sondern ein Wunder: das Zusammenspiel von Erde, Sonne, Regen und menschlicher Arbeit. Ein Apfel ist dann nicht mehr nur eine Ware, sondern ein Geschenk der Schöpfung. Wenn wir anfangen zu staunen, merken wir: Wir haben bereits alles, was wir für ein erfülltes Leben brauchen. Gott schenkt uns seine Welt nicht, damit wir sie besitzen, sondern damit wir sie bewahren und in ihr leben.
